Ihre Jobaussichten sind aller bestens

Eine Frau aus Uganda lernt beim EWZ in Eving die Feinheiten des Krankenschwester-Berufs.

Marie Antonate Nakamya (32) hat in ihrer Heimat Uganda den Beruf der Krankenschwester erlernt. Seit 2014 ist sie in Deutschland. Heute – drei Jahre später – hat sie bereits mehrere Jobangebote als anerkannte Krankenschwester, ein Angebot ist sogar unbefristet. Geholfen hat ihr dabei auch der „Piaf“- Kurs beim Entwicklungszentrum für berufliche Qualifizierung und Integration (EWZ) mit Sitz in  Eving. Der Kurs richtet sich an Migrantinnen und Migranten, die in ihrer Heimat Krankenpfleger oder Krankenschwester gelernt haben und nun die Besonderheiten dieser Berufe in Deutschland kennenlernen sollen. Die Erfolgsquote so Iris Naumer, Kursleiterin: 100 Prozent – heißt: Alle Teilnehmer dieser Kurse haben anschließend auch eine Stelle gefunden.

Marie Antonate Nakamya, die jetzt Deutsch auf dem Niveau B1 (Fortgeschrittene Sprachverwendung) beherrscht sagt, „In Deutschland gebe es einige Aspekte der Ausbildung, die sie noch nicht gekannt habe“. Den größten Unterschied habe sie allerdings im Bereich Altenpflege festgestellt. In ihrer Heimat gibt es keine Seniorenheime. Dort werden „Alte Menschen“ von ihren Angehörigen gepflegt. Sicher sei das schön für die Senioren – aber wenn es keine Angehörigen gebe oder deren Lebenssituation nicht passe, seien Altenheime doch eine gute Sache, sagt sie. Der Piaf-Kurs im EWZ läuft individuell max 20 Monate je nach Bedarf, den das Landesprüfungsamt in seinem Bescheid festgelegt hat.  Die Schüler arbeiten im Wechsel zwei Wochen und zwei Wochen drücken sie die Schulbank. Den Verdienstausfall zahlt das Programm „WeGebAU“ der Bundesagentur für Arbeit.

Marie Antonate Nakamya lobt die Freundlichkeit der Deutschen. Sie habe sich das Land in Uganda genauso vorgestellt, wie sie es nun auch angetroffen habe. Mit Fremdenfeindlichkeit jedenfalls habe sie bisher kaum zu tun gehabt. Angst auf die Straße zu gehen, habe sie nicht. Die Afrikanerin hat einen Deutschen geheiratet, der ebenfalls als Krankenpfleger arbeitet, momentan aber in Elternzeit ist und sich um die beiden noch ganz kleinen Kinder kümmert. Marie Antonate Nakamya lobt ihrem Mann und ist dankbar für diese Regelung.

Und Lehrerin Iris Naumer ihrerseits lobt ihre Schülerin. „Frau Nakamya ist eine ausgesprochen wissbegierige junge Frau, die sich gerne weiterbilden möchte“. Im Piaf- Kurs habe sie viele Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt, die sich über die Besonderheiten ihres Berufs in den jeweiligen Herkunftsländern austauschen. Auch das erweitere ihren Horizont.

Frau Nakamya hat zuerst ein 300-Stunden- Praktikum in der Diakonie absolviert. Das zweite Praktikum macht sie in den Städtischen Kliniken. Nach Abschluss des Piaf-Lehrgangs

Ende März 2018 kann sie aus mehreren Jobangeboten wählen. In den beiden derzeit laufenden Piaf-Kursen werden Menschen aus Indien, Serbien, Lettland, Kosovo, Albanien, Kenia, Indonesien und anderen Ländern unterrichtet.

Auf der letzten Jobmedi Messe in Bochum konnte Frau Naumer Kontakt zu einem Deutschlehrer aus Indien, der am Goethe Institut in Indien arbeitet, knüpfen. Das hat dazu geführt, dass 9 indische  und 2 Serbische Krankenpflegefachkräfte nach Deutschland einreisen dürfen um an dem Bildungsangebot PiaF teilzunehmen. 5 weitere Fachkräfte aus Indien  folgen im Januar 2018.

Für alle Teilnehmenden aus Indien und Serbien konnte Frau Naumer bereits Arbeitgeber und Wohnungen finden.

Unter anderem handelt es sich um den Pflegedienst Kenyon, das Alloheim, das Haus Vincent, die Pflegende Hand.

Frau Naumer hat sich in der Zwischenzeit erfolgreich um die Visa mit Arbeitserlaubnis gekümmert.